Der Stammvater Ratsherr und Kirchenvogt Kaspar Dettling war gesegnet mit einem guten Dutzend Kindern. Von seinen fünf Söhnen Melchior (1728-1787), Kaspar (1730-1802), Josef-Meinrad (verst. 1788), Jakob-Josef (1752-1823) und Anton (1756-1815) stammen die Familien ab, die wir in der Dettling-Stiftung vereinen und unterstützen. Das Logo der Dettling Stiftung symbolisiert diese Gemeinschaft der fünf Dettling-Zweige.
Indem wir einander kennenlernen, knüpfen wir ein einzigartiges Familiennetzwerk, das Dich und kommende Generationen der Dettlinge stärken soll.
Nachnamen, wie Dettling, kamen erst im 12. Jahrhundert auf. Darum ist es schwierig die Familiengeschichte weiter zurück zu verfolgen. Vieles spricht aber dafür, dass unsere Urväter bereits in der heutigen Zentralschweiz lebten, als 1291 die Eidgenossenschaft gegründet wurde.

Von ersten Erwähnungen unseres Namens in der Schweiz wusste Franz Dettling in seiner Familienchronik zu berichten. Aus Büchern im Grossmünster Zürich stamme die Notiz über einen Urner Conrad Dettling Im Gerolds, der 1383 vor Sursee gefallen sei. Er war einer der «freien Gotteshausleute» und stand als solcher unter dem Schutz der Kirche. Bis ins 15. Jh. hinein sprach man von ihm als «freier Dettling im Feld».

Hans Dettling verschafft sich als Schiffsmeister, Salzkaufmann und Schmuggler das Monopol über die Salzversorgung des Kantons Schwyz. Zusammen mit der Seerose, dem Familienwappen der Dettling, ist Hans auf einer Glasscheibe abgebildet, was vermuten lässt, dass er ein Vorfahre Kaspars war.

Unser Familienwappen führt uns auch zu Daniel Dettling, der von 1580-1582 Landvogt in Sargans war. Noch heute ist die Seerose an drei Orten als Gemälde im Schloss Sargans zu sehen.

Uns bekannt sind die Abkömmlinge des Kirchenvogtes und Ratsherrn Kaspar Dettling, der 1757 in Buosingen, Lauerz starb. Sein Geburtsdatum ist nicht bekannt. Doch kam sein erstes Kind 1728 zur Welt und sein letztes 1756, somit ist ein Geburtsdatum zwischen 1700 und 1710 denkbar. Kaspar zeugte eine stattliche Anzahl Söhne und Töchter. Die heute lebenden Dettlinge stammen von fünf seiner Söhne ab: Melchior (1728-1787), Kaspar (1730-1802), Josef-Meinrad (verst. 1788), Jakob-Josef (1752-1823) und Anton (1756-1815).

Mit einem Vermächtnis von 800 Gulden an die Ärmsten der Familie legte Johann Balthasar Dettling (1722-1789) am 14. November 1784 den Grundstock zur Familiengemeinschaft. Johann Balthasar war Oberst, Landesstatthalter und Landessäckelmeister in Schwyz. Er blieb kinderlos.
Der Auftrag das Geld zu verwalten und den jährlichen Zins an die Bedürftigen auszuzahlen, ging an den Sohn unseres Stammvaters: Ratsherr Kaspar Dettling den Jüngeren (1730 – 1802). Wie Johann Balthasar und Kaspar verwandt waren, lässt sich nicht gesichert nachvollziehen. Die Dokumente wurden beim Bergsturz von Goldau verschüttet.

Ein weiterer Sohn Kaspar des Älteren, Kastenvogt Jakob-Josef (1752-1823), siedelte 1789 nach Iberg über, wo seine Nachkommen auch heute noch zahlreich vertreten sind. Angeblich war Jakob-Josef ein Hüne von einem Mann, unerschrocken und tatkräftig. Als 1799 die Franzosen plündernd durchs Land zogen, stellte er sich ihnen mutig entgegen, gewann damit deren Achtung und bewirtete sie anschliessend in seinem Haus.

Bernardin (1793-1877) war ein Sohn von Jakob-Josef (1752-1823), der von Buosingen nach Yberg zog. Bernardins grosse Kinderschar veranlasste die NZZ, ihm einen Artikel zu widmen. Der Artikel kann hier nachgelesen werden >>
Der Bergsturz von Goldau am 2. September 1806 riss mindestens 34 Lauerzer Dettlinge in den Tod. Damit war unsere Familie die am stärksten vom Unglück betroffene. Insgesamt forderte die Naturkatastrophe 457 Menschenleben, zerstörte 110 Gebäude und tötete Vieh. Der Schaden belief sich auf 2 Mio. Franken – eine für damalige Verhältnisse unvorstellbar hohe Summe. Der Wiederaufbau gelang nur, dank der Hilfsbereitschaft der übrigen Kantone.
Aus dem Schuttbuch von Karl Zay:
on den Söhnen Kaspar des Älteren starb Balz mit Frau und sechs Kindern. Ebenso Franz mit Frau, zwei unverheirateten Töchtern und 3 Enkeln. Kaspars Neffe Joseph-Kaspar kam zusammen mit seiner Mutter um. Auch Franz’ Sohn Melchior wurde mit Ehefrau und vier Kindern im Schutt begraben. Kaspars Enkel Leonard, Sohn von Josef-Meinrad kam mit Frau und sechs kleineren Kindern unter die Lawine. Zwei der älteren Kinder waren abwesend, als das Unglück geschah und einem gelang es davonzurennen.
Kaspars Sohn Anton lebte auf der gegenüberliegenden Seite des Lauerzersees im Haus «zur Mühle». Als er das Getöse hörte, befand er sich mit 5 Kindern in sicherer Höhe hinter dem Haus, von wo aus er mit ansah, wie die Flutwelle über sein Hab und Gut hereinbrach. Sohn Alois starb mit dem Kindermädchen im Haus. Tochter Katharina rettete sich schwimmend aus dem oberen Stockwerk, als dieses auf den Fluten davontrieb. Antons Frau Flora befand sich auf dem Weg zu Angehörigen im Elsass. Von einer schrecklichen Ahnung getrieben, machte sie bei Reiseantritt Halt im Kloster Einsiedeln.

Das Haus "zur Mühle" in Lauerz war über Jahrhunderte der Familiensitz der Nachfahren von Stammvater Anton (1756-1815). Er war der jüngste von Kaspars Söhnen. Mit seiner Frau Flora Meyer zeugte er 6 Kinder: Katharina (1786-1818, genannt "die Stumme"), Balthasar (1795-1838), Josefa (1796-1841), Aloisia (1801-1806), Josef Maria (1804-1859) und Meinrad (1797-1864).
Der Lauerzersee und die Rigi waren seit jeher beliebte Reiseziele, die auch illustre Gäste anzogen. So wurde im Haus "zur Mühle", nebst der Müllerei, zeitweise auch ein Gasthof betrieben. Sehr wahrscheinlich nisteten sich nach 1798 auch französische Besatzer bei Anton ein. Wie alle Dorfbewohner, dürfte dies die Dettlings nah an den Hungertod gebracht haben. Wenig später, am 2. September 1806, spülte eine Flutwelle, ausgelöst durch den Bergsturz von Goldau, das Haus in den See. Eines von Antons Kindern ertrank in den Fluten. Schon kurz nach dem Bergsturz baute Anton das Haus neu auf - so, wie es auch heute noch an der Seestrasse 32 in Lauerz steht. Nach Anton übernahm dessen Sohn Josef-Maria die Mühle sowie die Ländereien mit zahlreichen Obstbäumen am See und am Berg.

Das älteste, sich im Familienbesitz befindende Porträt eines Dettling zeigt Josef-Maria (1804-1859) und seine Ehefrau Maria Anna Schuler. Das Porträt stammt vermutlich aus dem Jahr 1834. Josef-Maria übernahm die Lauerzer Mühle von seinem Vater Anton in zweiter Generation. Von Josef-Marias acht Kindern kennen wir die Geschichten von Balthasar (1834-1870) und Franz-Xaver (1845-1891). Balthasar heiratete Katharina Weber und übernahm die Mühle. Franz-Xaver zog nach Brunnen. (Siehe Eintrag weiter unten.)

Martin Dettling (1836-1874), abstammend von Kaspar jun. (1730-1802), war Bezirksschreiber und Gemeinderat in Schwyz. 1860 gab er ein Buch heraus, das alle für den Kanton Schwyz wichtigen Ereignisse ab 1032 festhält. Sein Titel: «Schwyzerische Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Schwyz». Darin beschreibt Martin auch das Familienwappen der Dettling: Im blauen Feld eine silberne, ungestielte Rose.

Das Porträt zeigt Franz-Xaver (1845-1891), der von Lauerz nach Brunnen zog. Aufgewachsen war er auf der Mühle als jüngster Sohn von Josef-Maria (1804-1859, Sohn von Anton). In Franz-Xavers Gepäck befand sich eine Brennblase aus dem Familienerbe. Franz-Xaver ehelichte Katharina Auf der Maur (im Bild) und gründete 1867 ein Handelshaus für importierte Weine. Daneben betrieb er eine Distillerie für Schwyzer Bergkirschen. 1874 liess er das Kleinhotel Freihof (heute Ärztehaus Brunnen) bauen und nutzte dieses wohl auch, um seine Weine und Spirituosen unter die Leute zu bringen. Franz-Xaver verstarb 46-jährig. Seine Witwe Katharina führte den Handelsbetrieb mit ihren Söhnen weiter bis ihr jüngster Sohn Arnold 1909 das Geschäft übernahm. (Quelle: Sonderdruck des Historischen Vereins des Kantons Schwyz, Heft 115, 2023, mit Informationen aus dem Privatarchiv von Franz-Xaver, *1946).

Am 3. August 1860 kam der Sohn von Martin (1836-1874, von Kaspar jun.) mit selbem Namen Martin zur Welt. Martin jun. war Rechtsanwalt, Gemeindeschreiber in Schwyz, Kantonsrat, Kriminalrichter und Justizhauptmann in der Armee. 1908 wurde er zum Präsidenten der Schwyzer Kantonalbank gewählt, die er als Bankrat bei der Nationalbank vertrat. Zugleich sass er im Verwaltungsrat der Elektrizität Schwyz AG und der Schwyzer Strassenbahnen. Nebenberuflich engagierte er sich beim historischen Verein, der Gesellschaft für Volkskunde, bei der Vereinigung für Heraldik und als Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Familien-Forschung.

Das heutige Ärztehaus Brunnen ist ein spätklassizistischer Villenbau, den Franz-Xaver (1845-1891, von Anton) bauen liess. Zunächst führte er in dem Haus das Kleinhotel "Freihof". Von 1920 bis 2016 wurde die Villa von Nachkommen Franz-Xavers als Wohnhaus genutzt.

Arnold (1878-1930, von Anton) übernahm 1909 die Weinhandlung mit Kirsch-Distillerie in Brunnen von seinem Vater Franz-Xaver (1845-1891).

Francis Charles (1881-1918) war, wie Arnold (1878-1930), ein Sohn Franz-Xavers (1845-1891) aus Brunnen. Im Familien-Stammbaum aus dem Jahr 1983 ist er unter dem Namen Karl-Baromäus geführt. Francis Charles diente als Offizier der South African Military Constabulary und verstarb 1918 in Windhoek. Sein Todestag fällt mitten in die schwere Spanische-Grippe-Welle von 1918 in Südwestafrika; viele Militärangehörige in Windhoek starben Ende Oktober 1918. Vera Gladys Darby (w) (15.09.1884) Kinder: Hektor Dettling (m)
Die NZZ vom 28.1.1919 erzählte Francis' bewegte Lebensgeschichte. Geschichte hier nachlesen >>

1984 gibt Franz (1906-?, Sohn von Bernardin) das Werk heraus, auf dem die meisten unserer historischen Informationen beruhen. Für die Familien-Chronik verfolgt er die Spur frühest bekannter Dettlinge von Riemenstalden nach Morschach, Ingenbohl und Schwyz, nach Steinen, Seewen und letztlich nach Lauerz, wo sich der Ratsherr und Kirchenvogt Kaspar Dettling zirka 1680 ansiedelte.

Im November 1936 trafen sich alle Familienmitglieder zu einem Dettling-Tag in Lauerz. Sie feierten das 550-jährige Bestehen des Geschlechtes Dettling und den ersten Namensträger: Conrad «der freie Dettling im Feld». Bankrat Martin erwähnte gegenüber dem Chronisten Franz später: «Man hätte eigentlich auch das 900-Jahre Jubiläum feiern können. Die Kirche von Morschach stand früher in Riemenstalden. Im Jahrzeitbuch vom 11. und 12. Jahrhundert dieser Pfarrei figurieren die Dettling und Niederöst als einzige der heute noch bestehenden Geschlechter.» Leider konnten bis jetzt keine schriftlichen Quellen gefunden werden, die diese Bemerkung unterstützen.
Dafür ist das Original-Skript einer gereimten Jubiläums-Rede aufgetaucht, die hier nachgelesen werden kann.

Martin jun., geb. 1860, legte bei seinem Tod am 19. Juni 1944 mit 40'000 Franken den Grundstock für den ersten Stipendienfonds der Dettling. In seinem Testament verfügte er, dass jeweils ein Jahresbeitrag von 800 Franken an männliche Angehörige der Dettling ausbezahlt werden sollte, die ein Hochschulstudium absolvierten.
