Die NZZ vom 28.1.1919 erzählt die Lebensgeschichte von Francis Charles Dettling, Offizier in fremden Diensten.
Carl Dettling, geboren in Brunnen 1881, starb in Windhuk (Südwest-Afrika) an der Grippe. Nach Absolvierung der Primar- und Sekundarschule besuchte er das Gymnasium in Einsiedeln und Schwyz.
Schon vor Beendigung seines Studiums beabsichtigte er, die Marine-Schule in Hamburg zu besuchen und folgte seinem Drange aufs Meer. Er liess sich als Schiffsjunge auf ein Viermaster-Segelschiff für eine Reise nach Australien engagieren. Die Reise dauerte von Southampton bis Sidney 109 Tage. Während anderthalb Jahren bereiste er dann mit einem englischen Forscher das Innere von Australien und die neuseeländischen Inseln und Neu-Guinea. Ende 1900 zwang ihn eine Krankheit in seine Heimat zurück, aber bald verliess er seine Heimat wieder und ging in London ein Engagement ein, das ihn an leitende Stellung eines Hotels in Colombo setzte. Noch während des Burenkrieges, 1903, siedelte er nach Süd-Afrika über, wo er sich bald eine englische Staatsstellung errang. 1906 gründete er einen eigenen Hausstand und liess sich in Johannesburg nieder. Nach Kriegsausbruch liess er sich als englischer Offizier in der Armee des ehemaligen Burengenerals Botha einteilen und beteiligte sich an den Kämpfen um die deutschen Kolonien in Südwest-Afrika. Er war dem Stabe des Generals Botha zugeteilt und avancierte bald zum Hauptmann. Während der mehrjährigen Okkupation von Deutsch-Südwest-Afrika durch die Engländer verblieb er als Berufsoffizier im Dienste in Windhoek (damals Windhuk). Im Oktober 1918 erlag er der Grippe; erst im Januar 1919 gelangt die Nachricht seines Todes in die Heimat.
Captain Francis Charles Dettling geboren in Brunnen, Kanton Schwyz, Schweiz gestorben am 27. Oktober 1918 in Windhoek (damals Windhuk), Deutsch-Südwestafrika/Namibia, wurde auf dem Windhoek Old Municipal Cemetery beigesetzt.
Recherche
Josef Dominik Dettling, Christoph Dettling
Quelle
NZZ Archiv
18. September 2026